Pharming ist eine weiterentwickelte Form von Phishing und Spoofing. Während beim Phishing der Nutzer aktiv auf einen falschen Link klicken muss, erfolgt beim Pharming der Angriff unbemerkt im Hintergrund: Der Navigationsprozess wird manipuliert, sodass Sie – selbst bei Eingabe der richtigen Adresse (z. B. sparkasse.it) – auf eine betrügerische Website weitergeleitet werden, die darauf ausgelegt ist, Ihre Zugangsdaten zu stehlen.
Diese Angriffsmethode ist besonders gefährlich, weil sie das Sicherheitsgefühl des Nutzers ausnutzt, der sich allein aufgrund der vermeintlich korrekten URL sicher fühlt.
Die zwei Wege des Pharming-Angriffs
Die Umleitung erfolgt in der Regel auf zwei Arten, indem Schwachstellen im Netzwerk oder auf dem Gerät ausgenutzt werden:
Manipulation der lokalen Hosts-Datei: Dies ist die häufigste Form. Ein Schadprogramm wird auf Ihrem Computer oder Smartphone installiert und verändert die sogenannte Hosts-Datei des Betriebssystems. Diese dient als „Adressbuch“, das Domainnamen (z. B. Sparkasse) den entsprechenden IP-Adressen zuordnet. Der Malware gelingt es, die echte IP-Adresse durch die eines gefälschten Servers zu ersetzen.
Manipulation von DNS-Servern: Diese Variante ist seltener, aber schwerwiegender. Dabei wird ein DNS-Server (Domain Name System) eines Internetanbieters kompromittiert. In diesem Fall werden alle Nutzer, die diesen DNS-Server verwenden, auf eine gefälschte Website umgeleitet – unabhängig vom eigenen Gerät.
Schutz vor einem unsichtbaren Angriff
Da Pharming kaum sichtbare Hinweise hinterlässt, muss der Schutz vor allem präventiv und technisch erfolgen:
Aktuelle Antivirenprogramme und Firewall: Der wichtigste Schutz vor lokalem Pharming ist eine stets aktualisierte Sicherheitssoftware. Diese erkennt und blockiert unbefugte Änderungen an der Hosts-Datei.
Auf SSL-/TLS-Zertifikate achten: Achten Sie darauf, dass die URL mit "https://" beginnt und ein Schloss-Symbol angezeigt wird. Allerdings gelingt es Betrügern zunehmend, auch für gefälschte Seiten gültige Zertifikate zu erhalten.
Verdächtige Auffälligkeiten beobachten: Wenn Ihnen das Erscheinungsbild einer Bankwebsite ungewöhnlich vorkommt oder Sie mehrfach ohne ersichtlichen Grund zur Eingabe Ihrer Zugangsdaten aufgefordert werden, brechen Sie die Sitzung sofort ab und kontaktieren Sie Ihre Bank.
Sichere DNS-Dienste nutzen: Fortgeschrittene Nutzer können alternative DNS-Dienste (z. B. von Google oder Cloudflare) verwenden, die als sicherer gelten als Standardlösungen.